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Ein starker Rücken wird schon im Kindesalter aufgebaut!

40% aller Mädchen und 20% aller Jungen haben bis zum 18. Lebensjahr Rückenschmerzen. Und eine andere Studie behauptet sogar, dass 4 von 5 Kindern schonmal Rückenschmerzen gehabt haben.

Der Rücken wird frühzeitig belastet

Glücklicherweise handelt es sich hierbei oftmals um keine strukturellen Veränderungen, jedoch sind diese Zahlen ein Ausdruck für die schon früh auftretenden Belastung des Rückens. Wenn Kinder in diesem Altern schon über Rückenschmerzen klagen, überlege ich mir, wie es in Zukunft aussehen wird, wenn diese noch weitere 60 oder 80 Jahre leben? Werden die Schmerzen für immer anhalten? Oder werden die Schmerzen zunehmen? Alleine aus dieser Überlegung heraus zeigt sich, wie wichtig es ist, schon frühzeitig mit einer Prophylaxe zu beginnen. Doch was sind die Ursachen für Rückenschmerzen im Kindesalter?

Ursachen für Rückenschmerzen im Kindesalter

Oftmals ist es so, dass eine unzureichende Balance der rückenstabilisierenden Muskulatur für die Schmerzen verantwortlich ist. Dies führt zum einen zu einer Überlastung, zum anderen aber auch zu einer schlechten körperlichen Haltung, welche dann das Entstehen von Rückenschmerzen fördert. Häufig wird von Eltern der zu schwere Schulranzen als Ursache gesehen. Tatsächlich kann dies ein Grund sein, dass es zu überlastungsbedingten Rückenschmerzen kommt.
Und eine weitere Ursache ist tatsächlich der Bewegungsmangel. Kinder, die sich wenig bewegen, nicht mit Freunden draußen spielen und toben und eher zu Hause auf dem Sofa liegen, haben neben vielen anderen Problemen eine weniger gut trainierte Muskulatur. Hierdurch schaffen sie es nicht, ausreichend Balance und Stabilität in den Körper zu bekommen. Dies resultiert dann sofort in einer schlechten Haltung.
Rückenschmerzen können auch nach einem Unfall auftreten. Dies sind oft kleinere Unfälle, die beim Spielen auftreten. Sollte das Kind zum Beispiel aus großer Höhe gefallen sein, ist es sinnvoll, zum Arzt zu gehen, um eine schlimme Verletzung auszuschließen. Glücklicherweise sind die Schmerzen oft nach einigen Tagen verschwunden und die Kinder können wieder mit ihren Freunden draußen toben.

Strukturelle Erkrankungen der Wirbelsäule

Seltener sind wirklich strukturelle und krankhafte Veränderungen für Rückenschmerzen verantwortlich. Hierzu zählen zum Beispiel Fehlbildungen, Gleitwirbel oder auch eine Skoliose. Noch seltener sind Infektionen der Wirbelsäule. Relativ häufig kommt hingegen ein sogenannter Morbus Scheuermann vor. Hierbei handelt es sich um eine Durchblutungsstörung an den Brustwirbelkörpern bei Heranwachsenden, die in fast allen Fällen harmlos verläuft. Es kann zu einer Verstärkung des Rundrückens an der Brustwirbelsäule kommen und nur ganz selten ist eine Operation notwendig, um die Wirbelsäule wieder aufzurichten. Auch wenn diese Veränderungen weniger oft vorkommen, ist es sinnvoll, den Rücken bei Schmerzen zunächst ärztliche untersuchen zu lassen, um diese Diagnosen auszuschließen. Oder bei Nachweis einer dieser Erkrankungen eine zielgerichtete Therapie einzuleiten.

Rücken als Ausdruck der Haltung

In der Pubertät können Rückenschmerzen aber auch ein Ausdruck der aktuellen Gefühlssituation sein, in der sich die Jugendlichen gerade befinden. Auf Grund des Wachstums und der hormonellen Veränderungen sind Körper und Psyche der Jugendlichen in dieser Zeit in einem Chaos. Dies ist oft gut zu erkennen an der Körperhaltung mit nach vorne hängenden Schultern, gebeugter Rücken, hängendem Kopf. Wenn eine gesunde Körper- und Muskelspannung fehlen, müssen anderen Strukturen wie Bänder und Gelenke dies kompensieren. Diese Überlastung führt dann über kurz oder lang zur Schmerzen.

Die beste Art, Rückenschmerzen vorzubeugen

Kinder brauchen Bewegung. Und alle Kinder wollen zu Beginn Bewegung. Sonst würden sie nicht laufen lernen und anfangen, ihre Umgebung zu erkunden. Bewegung hat viele positive Aspekte. Bewegung trainiert die Muskulatur und die Koordination. Durch regelmäßige Bewegung bekommt der Körper eine gesunde und balancierte Grundspannung. Negative Einflüsse von außen können somit besser verarbeitet werden. Sei es der schwere Schulranzen oder ein zu langes Sitzen in der Schule. Die WHO empfiehlt, dass Kinder mindestens 60 Minuten am Tag Sport machen – am besten intensiv. Das muss kein spezielles Training sein. Gerade bei Kleinkindern machen spezielle „Rückenübungen“ wenig Sinn. Vielmehr reicht es schon, spielerisch den Körper zu trainieren. Entweder draußen mit Freunden oder beim Kinderturnen. So können Kinder ihre Umgebung und ihren Körper entdecken, jeden Muskel aktivieren und nebenbei auch noch stabilisieren. Und dann kann auch der schwere Schulranzen ohne Probleme getragen werden.

Die beste Therapie gegen Rückenschmerzen

Klar, zunächst ist es sinnvoll, die Belastung, die zu den Schmerzen geführt hat, zu reduzieren. Vielleicht für ein paar Tage keinen schweren Schulranzen tragen oder das Smartphone, welches zu einer gekrümmten Haltung führt, wegzulegen. Wenn durch den Arzt strukturelle Veränderungen ausgeschlossen wurden, sollte das Kind möglichst schnell wieder in Bewegung gebracht werden. Und wenn es am Anfang nur ein Spaziergang mit den Eltern ist. Nur so kann der Kreislauf (Schmerzen – weniger Bewegung – weniger Muskeltraining – schlechte Haltung – noch mehr Schmerzen) unterbrochen werden. Wenn Kinder regelmäßig Rückenschmerzen haben und wenig aktiv sind, sollte darüber nachgedachte werden, ob vielleicht eine Mitgliedschaft im Sportverein dazu führt, den Rücken der Kinder regelmäßig zu stärken.

Eltern können Kinder schon früh fördern

Eltern können schon früh dafür sorgen, dass ihre Kinder später weniger Rückenschmerzen haben. Sportliche Eltern haben auch sportliche Kinder. Und sportliche Kinder haben weniger Rückenschmerzen. Wenn Kinder von Beginn an daran gewöhnt werden, viel Sport zu machen – und dazu gehören am Anfang einfache Spiele wie Nachlauf, das Spielen auf dem Spielplatz oder draußen mit Freunden herumtoben, lernen die Kinder automatisch, dass Bewegung und Sport einfach zum Alltag gehören. Und sie merken, dass sie sich abends zwar müde, aber einfach besser fühlen, wenn sie ausgepowert nach Hause kommen.
Der gemeinsame Sport in der Familie hat viele Vorteile: er stärkt die Bindung innerhalb der Familie, er unterstützt ein faires Miteinander, trainiert Muskulatur, Ausdauer und Koordination, stärkt das Selbstvertrauen der Kinder und führt letztendlich dazu, dass Kinder aufrecht durch das Leben gehen und seltener Rückenschmerzen haben.


Bild: Esther Merbt auf Pixabay